MÜNCHEN Nach einem viele Monate andauernden Niedergang hat der deutsche Leiterplattenmarkt die berühmte Talsohle erreicht. Jedenfalls fast: Nach Informationen der zuständigen Verbände fiel der Umsatz der Branche im Mai "nur" noch um 4,2 Prozent.
In normalen Zeiten wäre ein Rückgang um 4,2 Prozent in nur einem Monat Auslöser negativer Schlagzeilen. Jetzt aber, da die Branche innerhalb eines Jahres um den zehnfachen Prozentsatz abgestürzt ist, betrachten die Industrieverbände den abermaligen, wenn auch relativ kleinen Schrumpfungsprozess geradezu als Lichtblick. Der Grund liegt im Auftragseingang, der wieder im Steigen begriffen ist: Um satte 16 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Laut Verband der Leiterplattenindustrie und ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems handelt es sich dabei zwar in erster Linie um Sonderbestellungen außerhalb der Reihe, doch Order ist Order, und die Verbände wittern Morgenluft für die Leiterplattenindustrie in Deutschland.
Dabei sehen die Zahlen insgesamt gar nicht so gut aus: Der kumulierte Umsatz der ersten fünf Monate des Jahres liegt um 40 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Ordereingang lag trotz des Anstiegs um 16 Prozent immer noch um 38 Prozent unter jenem des Mai 2008, der allerdings einen Rekordmonat darstellte. Der in diesem Jahr aufgelaufene Bestelleingang liegt insgesamt um mehr als 50 Prozent unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Das Book-to-Bill-Verhältnis hat sich zwar ordentlich gebessert und ist vom tristen Aprilwert von 0,81 im Mai auf 0,98 angestiegen. Doch auch dieser Wert signalisiert einen zwar gebremsten, aber weiter anhaltenden Schrumpfungsprozess für die Branche. Große und kleine Unternehmen sind unterschiedslos betroffen.
Im Gleichschritt mit dem Umsatzrückgang findet in der Branche ein Arbeitsplatzabbau statt. Seit Jahresanfang gingen bereits mehr als 20 Prozent der Jobs verloren, und der Trend werde sich fortsetzen, warnen die Verbände.
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